
Unser Schiff war schon um Mitternacht vor Itilleq angekommen, so dass das Tagesprogramm mit Landgang früh beginnen konnte. Kurz nach dem Frühstück ließen wir uns an Land bringen, diesmal mit dem Tenderboot, also ohne Rettungsweste und Gummistiefel, da Itilleq über einen Hafen mit einem Bootssteg und sogar mit einem Kai für Versorgungsschiffe verfügt.
Der Ort liegt auf einer Insel am Ausgang des Fjords Itillup Ilua, gerade mal 2 km nördlich des Polarkreises. Die 89 Einwohner des Ortes leben von der Jagd und vom Fischfang vor einer atemberaubenden Kulisse aus steilen Bergen. Auch im Ort selbst ist es wie in fast allen Siedlungen in Grönland recht hügelig.
So wanderten wir bei blauem Himmel und Sonnenschein durch Itilleq auf der Suche nach dem Haus, wo wir zum Kaffemik eingeladen waren. Bei der Ankunft hatten alle ein farbiges Ticket erhalten und sollten das Haus finden, das mit ebendieser Farbe markiert war.
Kaffemik ist ein ungezwungenes geselliges Beisammensein zu besonderen Anlässen, wo der Kaffee und Kleinigkeiten zum Essen als Anlass zu einem sozialen Treffen dienen. So bekamen wir die Gelegenheit, ein grönländisches Haus zu besuchen. Auch wenn der Ort nur wenige Einwohner hat, gibt es hier fließendes Wasser, Strom, Heizung und Mobilfunk, so dass die beiden Kinder der Familie genau wie die bei uns in Mitteleuropa sehr mit ihren Handys beschäftigt waren.
Danach sind wir zur lokalen Grundschule gegangen, wo uns ein Lehrer etliches über das Bildungswesen in Grönland erzählte. Recht gut ausgestattete Grundschulen gibt es inzwischen fast überall in Grönland, selbst in den kleinsten Orten, so wie eben in Itilleq mit seiner geringen Zahl von Einwohnern. Allerdings muss man zum Besuch einer weiterführenden Schule seinen Heimatort verlassen und in der nächst größeren Stadt in einem Internat unterkommen. Wer anschließend studieren möchte, muss auf die Universität von Grönland in Nuuk oder auf eine dänische Universität, wenn das gewünschte Studienfach in Nuuk nicht angeboten wird.
Gegen Mittag fand ein Fußballmatch zwischen der lokalen Fußballmannschaft und einer Mannschaft aus Crew und Gästen unseres Schiffs statt. Das hat, wurde uns berichtet, schon eine lange Tradition bei HX/Hurtigruten, und die Schiffsmannschaft soll wohl noch nie gewonnen haben, immerhin hat der Fußballverein IT-87 Itilleq 2003 an der Grönländischen Fußballmeisterschaft teilgenommen. Aber das Spiel ging unerwarteter Weise diesmal unentschieden aus.
Nach dem Fußballspiel wurden wir mit den Tenderboot wieder zum Schiff gebracht und waren pünktlich zum Mittagessen wieder an Bord.
Nachmittags gab es dann die Möglichkeit, in kleinen Gruppen für jeweils eine Viertelstunde die Brücke zu besichtigen. Außerdem wurden einige interessante Vorträge angeboten. Mit der Rückgabe der Gummistiefel wurde danach das eigentliche Ende der Seereise eingeläutet, denn am späten Nachmittag fuhr das Schiff nach Nuuk, den Ausgangspunkt unserer Schiffsreise, von wo aus wir am nächsten Tag zurück nach Kopenhagen fliegen sollten.





















Also, wo es langsam zum Ende der Reise geht, muss ich doch ein dickes Kompliment. Ich weiss wie viel Energie in diesen Artikeln steckt. Und wie viel Liebe. Herzlichen Dank für die Mitfahrgelegenheit.
Danke fürs Kompliment. Und weil’s mitunter mühsam ist, dauert es etwas länger.