Der Heilige Geist rüstet ab: und der Heiland rüstet auf: An beiden nagt der Zahn der Zeit, bei der einen bröselte das Dach, bei der anderen das Ziegelsteingemäuer.
Gemeindehaus Elias
Auf den ersten Blick scheint es die Leitwarte eines kleinen Umspannwerks von Hans Heinrich Müller zu sein, der man gegenübersteht, wenn man den Hinterhof am Ende der Göhrener Straße betritt. Erst ein Blick nach oben offenbart das goldene Kreuz auf der Weltkugel vor der kupferbeschlagenen Kuppel und damit den wahren Zweck des Gebäudes: Es ist …
Himmel über Berlin
Steak mit Planespotting
Auch rund ein Vierteljahrhundert nach der Aufhebung des Sonderstatus von West-Berlin/Westberlin haben Verwaltung und Politik der deutschen Hauptstadt es nicht geschafft, den Flugbetrieb aus der Stadt hinauszubewegen. Und so sitzt man im Norden Berlins, in Tegel, Spandau und Pankow immer noch im Fluglärm. Ganz besonders eindrucksvoll ist der Flugverkehr am Kurt-Schumacher-Platz, wo der Wedding an den Bezirk Reinickendorf grenzt: Im Drei-Minuten-Takt donnern hier die Flugzeuge kurz vor dem Erreichen der Landebahn nur rund hundert Meter über die Köpfe der Berliner hinweg. Trotz allem wird der Platz immer noch liebevoll Kutschi genannt (es scheint eine Alt-Berliner Tradition, die Platznamen zu verkürzen und auf ein niedliches i ausklingen zu lassen, wie schon tikerscherk vor geraumer Zeit beschrieben hat).

Kick aufs Bild macht’s größer (Copyright Apple Maps)
Obgleich der Platz immer schon vom Verkehr umtost war (ich erinnere mich noch gut an die Stahlbrücke, die ihn in den 1970er Jahren von Süden nach Norden überquerte), hält das den Berliner nicht davon ab, hier zum Einkaufen hinzufahren oder sein Vergnügen zu suchen. Ein ziemlich hässliches Einkaufszentrum („Der Clou“ – wir sind schließlich im französischen Sektor) steht direkt am Platz auf dem Dreieck zwischen Kapstraße, Kurt-Schumacher-Damm und Scharnweberstraße. Eine treffende Beschreibung dieser Perle der Einkaufskultur, der ich nichts hinzuzufügen habe, hat der Kiezneurotiker bereits geliefert.

Sieht idyllisch aus, aber im Rücken tobt der Autoverkehr und oben dröhnen die Flieger
Neben vielen anderen gastronomischen Betrieben, die wohl aufgrund der besonderen Lage noch nicht durch die Gentrifzierungswelle hinweggespült und durch Edeletablissements für die hippen Schnösel ersetzt wurden, liegt an diesem Platz auch das Steakhaus Doreedos, in das wir auf Empfehlung gegangen sind – ist ja auch nicht so weit weg vom heimischen Moabit. Alle Speisen bietet das Doreedos mit dem Motto „Preise wie vor 20 Jahren“ zum halben Preis (ob dauerhaft oder nur vorübergehend, bleibt unklar). Was normalerweise wegen mangelnder Akzeptanz der Speisen beim Publikum vom drohenden Ende einer gastronomischen Einrichtung kündet, scheint hier der Lage in der Einflugschneise geschuldet.
Richtig voll war’s am späten Nachmittag mitten in der Woche nicht, aber das Restaurant war recht gut besucht, sowohl drinnen aus auch draußen auf der geräumigen Terrasse waren etliche Plätze besetzt. Im Angebot jede Menge Steaks, in der Gewichtsklasse von 160 bis 800 Gramm (letztere vermutlich für die Gewichtheber aus dem nächstgelegenen Sportstudio) und ein reichhaltiges Angebot an Beilagen von Kräuterbutter über Grilltomate und geröstete Zwiebeln bis zur Ofenkartoffel mit Kräuterquark und Pommes, auch Salate fehlen nicht. Ergänzt wird der Steakhouse-Standard um einige Speisen mit mexikanischem Hintergrund wie verschiedene Fajitas und ähnliches. Als Bier vom Fass gibt’s leider nur das labbrige Warsteiner. Mein Entrecote war in Ordnung und kam medium-rare – wie bestellt – an den Tisch, auch die Beilagen waren ordentlich – beides konnte jedoch keine Begeisterungsstürme entfachen. Angesichts des sehr moderaten Preises (unter 30 € für zwei Personen samt Getränken) und der fortwährenden Bespaßung durch Tiefflieger (wo bekommt man das sonst noch gratis und mitten in der Stadt) war es aber allemal den Ausflug wert.
Ach so: Es gibt auch noch eine dritte Ebene für den Verkehr, ganz unten fährt die U-Bahn, die ein paar Meter nördlich des Platzes den Untergrund verlässt. Aber davon hört man am Kutschi nichts.
Kunst am Bau
Moabiter Oase
Rost-Parade
Als „Frau des Wassers“ begegnet Frau Tonari immer wieder Korrosionsprodukten, die entstehen, wenn Wasser auf Eisen trifft. Farben und Formen der rostigen Ergebnisse haben oft einen ganz eigenen Reiz, und so hat Frau Tonari eine Rost-Parade ausgerufen, in deren Rahmen sie auf ihrem Blog immer am Monatsletzten ein besonders schönes Korrosionsprodukt zeigt. Ich bin nicht …
Auch vegetarisch …

Hotel Lindenhof am Wurlsee
Ein Hotel an einem kleinen See im Herzen der grünen Uckermark, gerade mal anderthalb Stunden mit dem Auto von Berlin entfernt, schien sich gut für ein verlängertes Wochenende zu eignen. Die Homepage des Hotels zeigt vielversprechende Bilder, und es gab ein günstiges Gutscheinangebot für drei Nächte zu zweit. Also nichts wie gebucht, Termin fest gemacht und …
Brandenburgische Biotopbäume
In Brandenburg wachsen Bäume, mancherorts – wie in der schönen, grünen Uckermark – sind es sogar besonders viele. Bäume bilden, wenn sie dicht stehen, einen Wald. Wald klingt aber so gewöhnlich, darum sagen manche zu dem, was an einem Ort gemeinsam wächst und gedeiht, auch Biotop. Wenn in einem solchen Biotop in Brandenburg ein Baum …

