Rost-Parade

In der Charlottenburger Gerviniusstraße, gleich neben dem Damm der S-Bahn, kann man an einem langgestreckten Ziegelsteinbau jede Mange Rost bewundern, denn die Türen und Fensterrahmen dieses Baudenkmals sind aus solidem Eisen gefertigt, das ganz offensichtlich alle Witterungseinflüsse der letzten fast 90 Jahre überstanden hat. Das Haus konzipierte der Architekt und Eisenbahn-Baubeamte Richard Brademann, der viele …

Gemeindehaus Elias

Auf den ersten Blick scheint es die Leitwarte eines kleinen Umspannwerks von Hans Heinrich Müller zu sein, der man gegenübersteht, wenn man den Hinterhof am Ende der Göhrener Straße betritt. Erst ein Blick nach oben offenbart das goldene Kreuz auf der Weltkugel vor der kupferbeschlagenen Kuppel und damit den wahren Zweck des Gebäudes: Es ist …

Havelwerk

In der Spandauer Wasserstadt, unweit der Spandauer Nordbrücke steht ein schlicht-schönes Gebäude aus Klinkern inmitten der neu gebauten Wohnblöcke. Es füllt gleich ein ganzes Karree zwischen den nach Sigmund Bergmann, Hugo Cassirer und Hans Poelzig benannten Straßen. Wobei die Straßennamen auch gleich einiges über das Gebäude erzählen: Hans Poelzig war sein Architekt, und es wurde …

Kindl-Brauerei auf dem Rollberg

Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts wurde hier noch Bier gebraut, dann wurde die Brauerei stillgelegt, die 1872 als Vereinsbrauerei der Berliner Gastwirte auf dem Rixdorfer Rollberg gegründet worden war. Anfänglich produzierte man hier das in Berlin übliche obergärige Weißbier, um dann um 1890 die Produktion untergärigen Lagerbiers aufzunehmen, das in Anlehnung an die Münchner …

St. Augustinus in Berlin

Seltsam, man kommt in eine Kirche und hat kurz das Gefühl, eine Bühnendekoration für einen Film von Fritz Lang vor sich zu haben. Was so despektierlich klingt, hat seine Ursache in der Entstehungsgeschichte von St. Augustin: Die Kirche ist ein Werk des Spätexpressionismus und zeigt das innen und außen ganz deutlich. St. Augustinus ist sicherlich …

St. Martin Berlin-Kaulsdorf

Der Architekt Josef Bachem schuf zusammen mit seinem Partner Heinrich Horvatin in den Jahren 1929 und 1930 die Kirche St. Martin in Kaulsdorf als einen bedeutenden Kirchenbau im Stil der Neuen Sachlichkeit. Wenige Jahre zuvor hatte Bachem die katholische St. Augustinus-Kirche im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg noch ganz im Stil eines strengen Spätexpressionismus erbaut. Ein …

Wasserturm des Messingwerks in Eberswalde

Der weithin sichtbare Wasserturm wurde in den Jahren 1917 und 1918 nach Plänen des Berliner Architekten Paul Mebes erbaut. Aus sechs Tiefbrunnen versorgte er das bereits 1698 gegründete und bis 1945 arbeitende Messingwerk und die umliegenden Wohnhäuser der damaligen Gemeinde Messingwerk mit Betriebs- und Trinkwasser. Die Gestaltung des Turms ist einmalig: Mebes verband hier den …

Kraftwerk Klingenberg

Kraftwerk – welch schönes Wort: ein Werk, in dem Kraft erzeugt wird. Und schon beim puren Aussprechen entfaltet das Wort Bedeutung. In großer Zahl säumen diese Kathedralen der Technik die Berliner Gewässer. Obgleich sie wegen ihrer schieren Größe unübersehbar sind, nimmt man sie oft gar nicht bewusst wahr. Und doch lohnt es, näher hinzusehen. Als …

Wohnanlage „Am Eschengraben“

Als wäre er als Kulisse für Fritz Langs Metropolis gebaut, so steht dieser Juwel der Architektur der klassischen Moderne in sorgfältig rekonstruiertem Zustand in Pankow an der Thulestraße zwischen Hardangerstaße, Eschengraben und Talstraße. Den gesamten Block hat der Architekt Erwin Anton Gutkind 1925 fertiggestellt. Gutkind hat verschiedene Elemente der zeitgenössischen Stilschulen geschickt miteinander kombiniert. Die …

Siedlung Schillerpark

Die klassische Moderne der Architektur findet sich in Berlin in vielen Siedlungen der 1920er Jahre, gebaut von berühmten Architekten. Unmittelbar am namensgebenden Schillerpark liegt die Siedlung, die als erstes großstädtisches Wohnprojekt nach dem Ersten Weltkrieg gilt. Sie wurde 1924 bis 1930 nach Entwürfen von Bruno Taut und Franz Hoffmann erbaut und nach dem zweiten Weltkrieg …