Dom von Bitonto

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Der Dom von Bitonto (Cattedrale dell’Assunta e San Valentino) gilt als das vollendetste Beispiel der romanischen Sakralarchitektur in Apulien. Er wurde um 1200 erbaut, zur Blütezeit des Stauferreichs unter Friedrich II., dem »stupor mundi«.

Jahrzehnte war der Dom geschlossen, weil im Rahmen umfangreicher archäologischer Grabungen fast das gesamte Terrain unter dem Dom ausgehöhlt wurde, um die verschiedenen Schichten der Besiedelung und Bebauung freizulegen, die bis in die römische Zeit zurückreichen. Seit ein paar Jahren ist er nun endlich wieder geöffnet, und man kann sowohl den grandiosen Dom selbst als auch die Ausgrabungen darunter besichtigen.

Wie alle romanischen Kirchen in Apulien, das man getrost als Heimat der italienischen Romanik bezeichnen kann, ist auch der Dom in Bitonto in hellem, fast weißen Stein ausgeführt, der einen zur Mittagszeit im vollen Widerschein des Sonnenlichts fast blendet.

Schon von außen ist die Kathedrale beeindruckend mit ihren Säulengängen und den reichen Verzierungen der Kapitelle. Wie das Äußere des Doms ist auch sein Inneres komplett aus weißem Kalkstein ausgeführt, einschließlich der Säulen und Kapitelle, was manche veranlasst zu sagen, hier fehle der Marmor.

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Beim Betreten der Kirche fallen jedoch sofort die komplett aus Marmor bestehenden Kanzeln an der rechten Seite des Kirchenschiffs ins Auge, reich mit Intarsienarbeiten in unterschiedlichen Farbtönen geschmückt. Auf der Unterseite der hinteren finden sich genaue Angaben zum Künstler und dem Erstellungsdatum: »Hoc opus fecit Nicolaus sacerdos et magister anno millesimo duecentesimo vicesimo nono indictionis secunde«. Auffällig auch das Dach, dessen Träger mit bunten Ornamenten bemalt sind.

Das archäologische Museum unter dem dem Dom ist unbedingt sehenswert. An den freigelegten Grundmauern aus den unterschiedlichen Epochen kann man die Siedlungsgeschichte des Ortes ablesen. Mehrsprachige Schautafeln liefern Erklärungen auch denen, die des Italienischen nicht mächtig sind. Prachtstück der Ausgrabungen ist ein hervorragend erhaltenes Mosaik des frühen Mittelalters, das einen Greifen darstellt.


Piazza Cattedrale, Bitonto

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