Kolonistenkirche Marienthal

1763 legte das Domänenamt Badingen hier eine Kolonistensiedlung für Leineweber an, in der ein paar Jahre später auch Hugenotten angesiedelt worden.

Am Altar: Abbildung eines Schiffs
Alter mit Darstellung eines Schiffs

1782 bekamen die Kolonisten dann ihre eigene Kirche: ein kleines, schlichtes Fachwerkgebäude, das ursprünglich nur aus einem Betsaal bestand und später um das etwas niedrigere Küsterhaus erweitert wurde. Über dem Nordgiebel des älteren Teils steht ein kleiner Dachreiter mit geschweifter Haube.

Die Kanzel
Die Kanzel

Die Geschichte Marienthals ist eng mit der Schifffahrt verbunden, denn mit dem Schiff wurde fast alles in Brandenburg transportiert, LKW und Eisenbahn gab es damals noch nicht und Wasserläufe waren in ausreichender Zahl vorhanden. Bereits 1732 war der Wentowkanal erbaut worden, der den Wentowsee mit der Havel bei Marienthal verbindet. 1816 wurde er so ausgebaut, dass er auch mit Odermaßkähnen befahrbar wurde. Viele Marienthaler wurden Schiffer. Davon zeugt auch der 1842 gegründete und bis heute bestehende Schifferverein, der jedes Jahr seinen Schifferball feiert.

Blick zur Winterkirche
Blick zur Winterkirche

Der eigentliche Aufschwung kam mit der Entwicklung der Ziegelindustrie – die Mildenberger Ziegelei ist nicht weit entfernt – und der damit verbundenen Zunahme der Binnenschifffahrt. Zahlreiche Häuser im Ort sind Zeugnis für den Wohlstand der Bürger in der damaligen Zeit.

Karte der Ziegeleien an der Havel
Ziegeleien an der Havel

Dorfstraße, 16792 Zehdenick OT Marienthal
033080 60224

Von Ostern bis Oktober tägl. von 9 – 17 Uhr geöffnet,
sonst Schlüssel bei Frau Ehlert, Dorfstr. 63, Tel. 033080 60268

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4 Antworten auf „Kolonistenkirche Marienthal“

  1. Niedlich darf man sicher nicht auf Kirchen anwenden, daher denke ich ersatzweise heimelig bei Fachwerk und Türmchen. Gefällt mir jedenfalls besser, als der protzige Xantener Dom.

  2. Wird diese Kirche noch als solche benutzt ?
    Ohne den Dachaufbau würde man hier sicher keine Kirche vermuten.
    Immer wieder erstaunlich was du ausgräbst und hier präsentierst.

  3. Ja, die Kirche wird auch heute noch als solche benutzt. Das Ausgraben ist nicht so schwer, es gibt wunderbare Verzeichnisse, die einem den Weg zu diesen Kirchlein zeigen. Manches allerdings fällt auch so im Vorbeifahren mit offenen Augen auf und führt zu einem Halt mit Schlüsselsuche.

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