Bloggerhürdenlauf

Mit einer gewis­sen Träg­heit folge ich Frau Lakrit­zes Anre­gung und betei­lige mich am Blog­ger­hür­den­lauf, den sich Herr Zeilen­sturm ausge­dacht hat. Ein Weg, abseits der ausge­tre­te­nen Wege neue Blogs zu finden und zu lesen (Anlei­tung unten). Und es wurde wahr­lich ein Hürden­lauf mit Einbahn­stra­ßen, Irr- und Umwe­gen.

Ich star­tete beim letz­ten Blog, das Lakritze besucht hatte: Oskar. Die Oskar behei­ma­tende Platt­form twoday steht kurz vor dem Ende, das Laden ging so lang­sam, dass ich schon vermeinte, das Pfei­fen des Modems wieder zu hören, als endlich Oskars Start­seite erschein. Aller­dings ohne CSS und andere gestal­te­ri­sche Elemente und garniert mit der Fehler­mel­dung „Ein allge­mei­ner Fehler ist aufge­tre­ten!“. Die Einträge der Blog­roll waren aber da, säuber­lich nach twoday und ande­ren Platt­for­men getrennt. Erstere habe ich wegen twodays Lade­hem­mun­gen gemie­den und klickte „Haase II bloggt“ an. Da erschien aber nur der Hinweis, dass man fürs Anse­hen ein Einla­dung bräuchte. Frust. Also zurück und andere Links von der Blog­roll probiert.

1. Station

Hängen geblie­ben bin ich letzt­lich bei Villa Linea, ein Blog, in dem über den Bau eines Holz­haus­ensem­bles bestehend aus Haupt­haus, Gäste­haus, Sauna usw. an einem See in Finn­land berich­tet wird, der sich von 2010 bis heute hinzieht. Faszi­nie­rend. Vor allem der Bericht über die Anlie­fe­rung der Bausat­zes für das Haupt­haus, bei dem der LKW mit 500 m Balken im Februar von der Straße abkommt und in den Graben rutscht: D-Day or 500m logs in the ditch.

Blöd nur, dass ich unacht­sam war, denn es gibt auf diesem Blog keine weite­ren Links, außer zu Liefe­ran­ten für das Baupro­jekt. Auch inter­es­sant anzu­schauen, aber eben keine Blogs. Also bin ich zurück zu Oskar und habe weiter gesucht. Bei zurpo​li​tik​.com habe ich mich umge­schaut und nach einer Blog­roll gesucht – verge­bens. Aller­dings bin ich auf den inter­es­san­ten Beitrag Wer Öster­reichs Blog­ge­rIn­nen sind gesto­ßen (2013, mit Wieder­ho­lung 2015). Dort findet sich ein lange Liste von – natür­lich öster­rei­chi­schen – Blogs, die an der Umfrage teil­ge­nom­men hatten (viele davon inzwi­schen inak­tiv oder ganz verschwun­den). Dort bin ich schließ­lich fündig gewor­den.

2. Station

In der Liste erscheint auch ein Blog mit dem Namen Kaugum­mi­au­to­ma­ten. Wunder­bar, das erin­nert mich an die alten Zeiten bei Qype, wo es auch einen eifri­gen Kaugum­mi­au­to­ma­ten­be­wer­ter gab. Und an ufoportg­lufen­teich, dessen Ausge­wählte Beiträge zur Doku­men­ta­tion des Univer­sums (siehe meine Blog­roll) auch einige schöne Exem­plare von Kaugummi- und ande­ren Auto­ma­ten bereit­hält. In Fürth, so scheint es, sind die Auto­ma­ten sehr gepflegt und alle vom selben Modell, wenn auch mit zwei oder drei Waren­schäch­ten (hori­zon­tal scrol­len!). Und auch hier bin ich wieder aufge­schmis­sen, denn ein Klick auf „Links“ in der Kopf­leiste führt zur allseits belieb­ten 404-Fehler­mel­dung. Also schon wieder zurück, da waren doch noch viele andere Links in der Liste.

3. Station

Nach etwas Stöbern bin ich bei ICH KAUF NIX! gelan­det. 2012 star­tete die Blog­ge­rin Nunu den Selbst­ver­such, ein Jahr lang den Kauf von Klamot­ten einzu­stel­len. Sie schreibt immer noch und ist inzwi­schen auch dabei, ihr Leben zu entrüm­peln, sprich, sich von vielen über­flüs­si­gen Dingen zu tren­nen, die sich im Laufe des Lebens in den Schrän­ken ansam­meln. Ich fand’s ganz gut geschrie­ben und unter­halt­sam. In der Blog­roll („Lesen“ in der Kopf­leiste) findet man u.a. einige Blogs von Frauen, die eben­falls über ihren Konsum­ver­zicht (oder -einschrän­kung) geschrie­ben haben. Aller­dings bilden die Blog­rolls der dort gelis­te­ten Blogs, so sie denn über­haupt eine haben, eine Art Filter­blase, die sich auf Konsum­ver­zicht, gesun­des, nach­hal­ti­ges und vega­nes Leben beschränkt.

Übri­ges: Ein neues Wort habe ich beim Lesen der vielen öster­rei­chi­schen Blogs auch gelernt: leiwand.

4. Station

Mit 21 days without habe ich dann doch noch ein Blog mit einer Blog­roll gefun­den. Auch Alex­an­dra schreibt hier über Verzicht, und zwar für jeweils 21 Tage. 21 Tage, weil dann die inne­ren Wider­stände so stark gesun­ken sein sollen, dass die neue Gewohn­heit etabliert ist. Das geht über den Verzicht auf Nutella, die Abkehr vom Make-Up bis hin zum Verzicht auf Spie­gel. So rich­tig über­zeugt hat mich das Ganze aller­dings nicht.

5. Station

Immer­hin enthält Alex­an­dras Blog­roll mehr als einen Link, der aus der oben genann­ten Filter­blase hinaus­führt. Gewählt habe ich Truck­on­line – vom Leben unter­wegs. In diesem Blog berich­tet der LKW-Fahrer Maik von seinem Leben auf den Stra­ßen Euro­pas. Von Erzäh­lun­gen und Videos über seine Fahr­ten, das Auf- und Abla­den – oft mit voran­ge­hen­den Warten – beim Kunden, die vielen klei­nen und großen Ärger­nisse des Truckerle­bens, wie z.B. das Duschen bei sani­Fair ist alles dabei. Eindrück­lich auch die Schil­de­rung seiner Furcht, jemals beim Rechts­ab­bie­gen einen Radfah­rer oder Fußgän­ger anzu­fah­ren. Zitat daraus: „Solange Lkw nicht seri­en­mä­ßig mit verfüg­ba­ren Abbie­ge­as­sis­ten­ten ausge­rüs­tet sind, soll­ten Ampel­an­la­gen so geschal­tet werden, dass der Abbie­ge­ver­kehr nicht zur glei­chen Zeit grün hat, wie Radfah­rer und Fußgän­ger.“ Kann man nur unter­schrei­ben!

BTW: Über ihn bin ich auch auf die Video-Chan­nel des däni­schen Truckers Slip­ses gestol­pert, wo man wunder­bar prokras­ti­nie­ren kann, indem man sich seine Videos über das Winter Truck­ing in Nort­hern Scan­di­na­via anschaut.

Anleitung

Dein Beitrag star­tet, wo dieser hier endet. Nimm dir die Blogroll/​Blogliste des fünf­ten von mir kommen­tier­ten Blogs vor. Von dieser Liste klicke eines an. Das ist nun deine Station 1. (Aber nur, falls es selbst eine Blog­roll hat, sonst ein ande­res Blog der aktu­el­len Blog­roll auswäh­len! Diese Bedin­gung gilt logi­scher­weise immer.)

Lies im Blog 1 einen Beitrag, den du auch verlinkst, und schreibe nur drei Zeilen darüber: Lob, Kritik, Erstau­nen, Fassungs­lo­sig­keit, Dank, whate­ver.

Nun klicke auf ein Blog der Blog­roll von Station 1. Hat dieses seiner­seits eine Blog­roll? Sehr gut, dann ist es Station 2. Lies einen Beitrag … verlinke … schreibe drei Zeilen …

Und so noch drei Mal. Bis einschließ­lich Station 5. Deine Arbeit ist fast getan: fünf Reise­no­ti­zen zu fünf Blog­bei­trä­gen. Nur noch diese Regeln hier anhän­gen – fertig!

Nun muss jemand ande­res den Staf­fel­stab (und viel­leicht sogar mehrere) bei der Blog­roll des letz­ten in deinem Beitrag kommen­tier­ten Blogs über­neh­men – und fünf weitere kommen­tie­ren.

Vielen Dank für den gemein­sa­men Streif­zug durch die Meinungs­viel­falt!

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2 Antworten auf „Bloggerhürdenlauf“

  1. Wow, da hat sich jemand echt Mühe gege­ben bei der Doku­men­ta­tion!
    Und wie schön, wenn man beim Blog­ger-Hürden­lauf Fremd­spra­chen lernt 😉
    Das Problem nicht funk­tio­nie­ren­der Blog­rolls bzw. toter Blog­links habe ich auch ange­trof­fen. Ebenso wie das Phäno­men, in einer bestimm­ten Filter­blase hängen­zu­blei­ben – in meinem Fall Reli­gi­ons­the­men. Genau dage­gen soll ja eigent­lich der Hürden­lauf helfen…

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