
Karte mit Schiffsroute von Mitternacht bis Mitternacht einschließlich Bootsfahrt und Landausflug (Map Data © Google)
Unser Schiff hatte bereits in der Nacht die Bucht vor dem Eqip Sermia (Eqi-Gletscher) erreicht. Dieser Gletscher ist rund 5 km breit und seine Eiskante ragt bis zu 200 m in die Höhe. Als einer der aktivsten Gletscher in Grönland ist er ein beliebtes Tourismusziel. Vom ca. 80 km südlich gelegenen Ilulissat werden eintägige Bootsfahrten zum Gletscher angeboten. Alternativ kann man auch in der Eqi-Lodge übernachten, von wo aus Wanderungen zum Gletscher angeboten werden.
Am Eqi-Gletscher begann 1912 die zweite Grönlandexpedition des Schweizer Arktisforschers Alfred de Quervain. Die Bucht vor dem Gletscher trägt danach auch den Namen De Quervains Havn. Wilhelm Jost, einer der schweizerischen Expeditionsteilnehmer, schreibt über den Beginn der Expedition:
Wir sind hier nicht an Land gegangen, geschweige denn zum Inlandeis aufgestiegen, unternahmen aber am Morgen eine Rundfahrt mit den Zodiacs vor dem Gletscher. Er kalbte mehrfach, ich war aber immer zu spät oder nicht in der richtigen Position, um ein Filmchen davon aufzunehmen, deshalb hier nur eine Bildergalerie.
Auf den vielen Eisschollen vor dem Gletscher hatten sich große Mengen an Dreizehenmöwen niedergelassen. Gibt es vielleicht frisches Fischfutter, wenn der Gletscher kalbt?
Auf dem Weg zurück zum Schiff kamen wir auch an einem „schmutzigen“ Eisberg vorbei – ein Eisberg aus der untersten – also ältesten – Schicht des Gletschers, der Sediment mit sich führt. Wo kein Sediment das Eis bedeckte, war es transparent, weil das Gewicht des Gletschers über die Jahrhunderte die Luftblasen aus dem Eis hinausgequetscht hatte.
Nachmittags fuhren wir in der Nähe der aufgegebenen Siedlung Ataa in eine kleine Bucht, wo wir mit den Zodiacs an Land gebracht wurden. Hier gab es für die Unerschrockenen und Herzgesunden die Möglichkeit zum „Polar Plunge“, einem Sprung ins 2° kalte Polargewässer. Wer das Eintauchen ins kalte Nass wagte, erhielt am nächsten Tag eine Urkunde darüber in seine Kabine geliefert.
Alternativ konnte man auch ein wenig an Land herumspazieren, auf eine Anhöhe kraxeln und von dort die Aussicht genießen.



























Faszinierende Bilder. Das Sonnenbild sieht aus als ob Van Gogh nach Grönland gefahren wäre.
Alfred de Quervain? Das muss wohl ein Französischschweizer sein. Oder ein Welscher, wie wir hier sagen. Mit Eis und Schnee kennen wir uns aus.
Er ist in Uebeschi im Kanton Bern geboren und hat vieles auf deutsch publiziert, also wohl doch kein Welscher.