Karte mit Schiffsroute von Mitternacht bis Mitternacht einschließlich Landausflug (Map Data © Google)[/caption]
Morgens um sechs Uhr machte die MS Fridtjof Nansen bereits am Nuuk Cruise Terminal fest. Hinter den Bergen ging gerade die Sonne auf und färbte die Wolken am blauen Himmel rot.
Uns gegenüber lag der Einsatzgruppenversorger Berlin der deutschen Marine, der hier im Rahmen der Übung Atlantic Bear am Vortag eingetroffen war. Es ist das erste Mal, dass ein deutschen Marineschiff einen grönländischen Hafen besucht. Nach kurzem Hafenaufenthalt nahm die Berlin Kurs auf Kanada, um an der Übung Nanook-Tuugaalik unter kanadischer Leitung teilzunehmen.
Nach dem Frühstück verließen wir zum letzten Mal das Schiff und wurden mit dem Bus zu einem Hotel im Centrum gefahren. Dort stellten wir unser Gepäck ab und würden später auch zu Mittag essen. Anschließend wurde eine geführte Tour durch Nuuk angeboten, die etwas mehr als zwei Stunden dauerte und zu etlichen Sehenswürdigkeiten führte.
Beim Rundgang führte uns auch zu zwei Bronzeskulpturen. Die Skulptur Kaassassuk von Simon Kristoffersen stellt Kaassassuks Begegnung mit dem Herrn der Macht dar.
„Kaassassuk“ ist der Name einer Legende über einen Waisenjungen mit diesem Namen. Er wird in seiner Siedlung gedemütigt und gemobbt, bis er dem Herrn der Macht begegnet.In der Legende wird Kaassassuk vom Herrn der Macht durch die Luft geschleudert, bis er nahezu unbesiegbare Kräfte erhält. Nachdem er vom Herrn der Macht durch die Luft geschleudert wurde, begibt sich Kaassassuk hinaus in die Welt, um zu lernen, wie er seine Kräfte einsetzen kann.
Etwas später gelangten wir zur zweiten Bronzeskulptur, die eine Gruppe schwimmender Robben darstellt. Diese „Amisut“ genannte Skulptur der Künstlerin Naja Rosing-Asvid entstand im Zusammenhang mit der Einführung der Selbstverwaltung in Grönland im Jahr 2009.
Zwischen den bunten Holzhäusern des alten Nuuk, an der Kirche vorbei, über der auf einem Hügel eine Statue des dänisch-norwegischen Missionars Hans Egede thront, ging es zum alten Kolonialhafen. Auf einer Anhöhe direkt oberhalb des Kolonialhafens hat man einen guten Blick auf Kirche und Statue.
Dort befindet sich auch eine weitere Skulptur mit dem Namen „Inussuk“, ein Werk des Künstlers Niels Motzfeldt. Sie steht mit Blick auf den Kolonialhafen und den Fjord. Das Wort „Inussuk“ bedeutet „Steinhaufen“. Steinhaufen dienen oft als Wegweiser in den Bergen oder an den Fjorden. Die drei Säulen sind gewunden und lehnen sich aneinander. Sie symbolisieren die Menschen Grönlands im Norden, Osten und Westen – die sich verbinden und gegenseitig stützen.
Von der Kirche kommend, sieht man gleich am Beginn des Kolonialhafens die Skulptur der Mutter des Meeres, die hier, je nach Tide, mal im Wasser oder aber auf Land steht. Sie ist ein Werk des Künstlers Christian „Nuunu“ Rosing und zur ihr gibt es selbstverständlich auch eine Legende.
Ein paar Hundert Meter weiter erreichten wir schließlich das Nationalmuseum, dessen umfangreiche Sammlung viele interessante Objekte zur Geschichte der Inuit und ihrer Art zu leben, zu wohnen, zu jagen und sich zu kleiden bietet. Die Ausstellung umfasst unter anderem die berühmten Mumien aus dem 15. Jahrhundert aus Qilakitsoq im Nordwesten Grönlands (auf einer Insel in der Nähe von Uummannaq) sowie den gut erhaltenen Pearyland-Umiaq – das älteste nahezu intakte Hautboot der Welt.
Nach dem Mittagessen im Hotel konnten wir Nuuk auf eigene Faust erkunden und das ein oder andere Souvenir kaufen.
Nachmittags um vier stiegen wir in den Bus zum Flughafen ein. Dort angekommen, suchten wir unser zuvor in den Bus geladenes Gepäck, das wir selbstverständlich eigenhändig aufgeben mussten. Die Abfertigung am Flughafen war recht voll und es dauerte etwas, bis die rund 300 Passagiere, die im Airbus A330neo von Air Greenland nach Kopenhagen fliegen sollten, durch das Check-In waren.
Um 18:45 hob das Flugzeug nach Kopenhagen ab. Die Nacht verbrachten wir im selben Hotel wie auf der Hinreise. Dank des uns gewährten Late Checkouts gingen wir spät zum Frühstück und legten uns danach noch mal ein Stündchen hin. Nach dem anschließenden Duschen machten wir uns auf den Weg zum Abflugterminal, um den Flug mit Norwegian nach Berlin anzutreten.
Mit der anschließenden Fahrt im Regionalexpress vom BER zum Bahnhof Gesundbrunnen (samt 20 Minuten ungeplanten Aufenthalts mit Einsatz der Bundespolizei wegen eines Fahrgasts ohne gültiges Billet) ging ein erlebnisreicher Urlaub zu Ende.













