Castelluccio, bunt

Wunderschön ist die Hochebene von Castellucio eigentlich zu jeder Jahreszeit (im Winter war ich noch nicht dort, aber was ich an Fotos gesehen habe, überzeugt), in besonderer Pracht zeigt sie sich Ende Juni/Anfang Juli, wenn die Linsenfelder rund um den Ort Castelluccio in voller Blüte stehen.

Dabei sind es nicht die Linsen selbst, die hier auffallen, denn deren Blüte ist völlig unspektakulär: kleine, kaum wahrnehmbare weiße Sternchen schmücken die nur rund 30 cm hohen Linsenpflanzen. Vielmehr sind es hauptsächlich der rote Klatschmohn (papavero), die blaue Kornblume (fiordaliso,) und die gelbe Rapsblüte (colza), die auf den wie Teppichen nebeneinander liegenden Feldern eine große Farbenpracht entwickeln.

Die Farben sind dabei ziemlich genau auf die einzelnen Felder begrenzt, eines blüht rot, das nächste gelb und wieder eines erstrahlt in diesem unwirklichen Blau.

Weil beim Linsenanbau rund um Castelluccio keine Herbizide zum Einsatz kommen (alles bio!), können auch die Blumen sich entfalten, und weil jeder Bauer sein Feld immer schön in Längsrichtung pflügt, bleiben die Samen der Blumen ziemlich genau auf einem Feld, so dass sich eine gewisse Sortenreinheit der bunten Blumen einstellt.

Selbstverständlich ist das Erlebnis der Blütenpracht jedes Jahr ein wenig anders, das Wetter bestimmt eben, welche Pflanze wann blüht.

Bald nach der Farbenpracht werden die Linsen geerntet, danach trocknen sie ein paar Wochen, bevor sie im August gedroschen werden. Und dann kann man sie endlich frisch kaufen, um so leckere Sachen wie Linsensuppe daraus zu kochen.

Bewerte diesen Beitrag
[Gesamt: 0, Durchschnitt: 0]

11 Antworten auf „Castelluccio, bunt“

  1. Das Grün wirkt hier und da etwas “übersteuert”, daher wahrscheinlich der bunte Eindruck. Ist das, was gelb blüht auch Senf wie hier am Niederrhein? Wenn nicht, was dann?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.