Trostlos

Rheydt Hauptbahnhof. Die Bahnhofsgaststätte ist schon lange geschlossen und das Kino »Universum« im Bahnhofsvorbau zeigt schon seit Jahren keine Filme mehr. Trostloser ist nur noch der Bahnhof Odenkirchen, der zwar unter Denkmalschutz steht, aber insgesamt nicht den Eindruck erweckt, dass dort Züge halten.


Eingangshalle Rheydt HBf im November 2017.

Außer einem Zeitungskiosk gibt es hier keine Geschäfte mehr, und das Bahnhofspersonal wurde durch Automaten und eine Rundumvideokamera ersetzt. Alles scheint im Niedergang begriffen und erweckt einen deprimierenden Eindruck – hier fährt man weg und wünscht sich, nicht wiederkommen zu müssen.

Einst war Rheydt eine florierende Stadt der niederrheinischen Textilindustrie, mit Spinnereien und Webereien, mit Fabriken für Textilmaschinen. Das alles ist schon seit Jahrzehnten nicht mehr existent, pleite gegangen oder ins Ausland verlagert. Die großen Werkshallen sind Unterkunft für Cash und Carry Märkte geworden, Einzelhandel und Gastgewerbe darben, Leerstand prägt die Innenstadt.


Rheydt HBf im Mai 2012 – Wie fast immer hat der Zug aus Aachen Verspätung.

Als Rheydt noch eine selbständige Stadt – ab 1968 mit 100.000 Einwohnern sogar Großstadt – war, hat man Jahre dafür gekämpft, dass der Bahnhof in den Rang eines Hauptbahnhofs befördert wurde. 1975 wurde Rheydt wieder mit Mönchengladbach zusammengelegt und die vereinigte Stadt hat seitdem als einzige in Deutschland zwei Hauptbahnhöfe, wovon der in Rheydt eher ein verschlafener Vorortbahnhof ist.

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