Grönlandreise Tag 8 (Freitag 2. August) – Bjørne Øer und Øfjord

An diesem Tag führte uns die Reise durch den Scoresby Sund nach Bjørne Øer, in den Øfjord und abschließend nach Danmarks Ø.

Karte Scoresby Sund
Karte Scoresby Sund. Ausschnitt aus der Karte txu-pclmaps-oclc-8322829_b_9, aus der Kartensammlung der Perry–Castañeda Library (PCL) der University of Texas at Austin. Public Domain.
Bjørne Øer

Gegen Mitternacht hatte unser Schiff seine Parkposition vor den Bjørne Øer (Bäreninseln) erreicht. Wie in den vorangegangenen Tagen musste ich auch an diesem Tag am sehr frühen Morgen nach draußen, um das Morgenlicht zu sehen. Kein mühsames Unterfangen: im Schlafanzug vom Bett durch die Schiebetür auf den Balkon. Das Licht war ein ganz anderes als eine Stunde zuvor, als ich das letzte Bild des vorigen Tages gemacht hatte. Die Sonne stand noch hinter den Bergen, der Horizont leuchtete rot und der Himmel dunkelblau bis violett – das ganze gespiegelt im fast unbewegten Wasser.

Morgenlicht gegen 1 Uhr früh
Bootsfahrt

Nach dem Frühstück ging gleich das Umsteigen in die Tenderboote los, eine Bootsgruppe nach der anderen wurde aufgerufen, es ging recht flott. So fuhren nach und nach alle für rund eine Stunde zwischen den Eisbergen umher, aus Sicherheitsgründen blieben jeweils zwei Boote beieinander.

Kurz nach zehn zog unvermittelt Nebel auf und tauchte die Eisberge in magische Schleier.

Als der Nebel sich verdichtete, wurden die Tenderboote aus Sicherheitsgründen zum Mutterschiff zurückgerufen.

Ebenso schnell, wie er gekommen war, verflog der Nebel wieder und das Bötchenfahren konnte weitergehen.

Wieder an Bord

Gegen halb vier nachmittags war Aufbruch angesagt, und wir fuhren nördlich der Bäreninseln in den Øfjord.

Øfjord

Den Øfjord haben wir nicht in ganzer Länge durchfahren, sondern sind ein paar Seemeilen hineingefahren und dann wieder umgekehrt. Aber auch so war es ein überwältigender Eindruck, zwischen fast 2000 Meter hohen Bergen auf den Inseln Renland im Norden und Milneland im Süden hindurchzufahren. Besonders eindrucksvoll ist der weithin sichtbare, 1997 m hohe Grundtvigskirken, der seinen Namen wegen der Ähnlichkeit seines markanten rosaroten Gipfels mit der Grundtvigskirche in Kopenhagen erhalten hat.

Gegen 20 Uhr fuhren wieder an den Bäreninseln mit dem „Eisbergfriedhof“ vorbei. Kurz nach Mitternacht erreichten wird den Ankerplatz vor Danmarks Ø, wo der nächste Landgang stattfinden sollte. Da der Mensch auch mal durchschlafen muss, gibt es für diese Nacht keine Bilder von der Abend- und Morgenstimmung.

Bordprogramm

Nachmittags hielt Dom, der Geologe aus dem Expeditionsteam, unter dem Titel „Unter dem Eis“ einen interessanten und kurzweiligen Vortrag zur Geologie Grönlands. Ergänzend dazu beantwortete Matthias, der Glaziologe, außen auf Deck 11 Fragen zum Eis. Bei ihm stand ein Grüppchen interessierter Passagiere, und es entspann sich schnell eine Diskussion um den Klimawandel, der das immer schnellere Abschmelzen des Grönlandeises bewirkt.

Abends fand der übliche Termin „Informationen über den nächsten Tag“ statt. Es gab eine kurze Einführung über das Ziel des für den nächsten Tag geplanten Landgangs: Hekla Havn, ein Naturhafen im Süden der Insel Danmarks Ø. Dort hatte die von Carl Ryder geleitete Expedition mit dem Schoner Hekla von August 1891 bis August 1892 ihre Basis.

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